Dr. Samuel Hahnemann

Dr. Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 in Meißen geboren. Seinen großen Wunsch, Arzt zu werden, konnte er verwirklichen, weil Freunde ihn finanziell unterstützten. Er heiratete die Tochter eines Apothekers. Mit seinen beruflichen Erfolgen als Arzt war er nicht zufrieden: es war damals üblich, mit Aderlässen und Abführmitteln (Klistieren) zu behandeln. Er bemerkte schnell, dass es den meisten Menschen schlechter ging und nicht besser. So gab er schließlich seinen heiß ersehnten und hart erkämpften Beruf auf, und verdiente sein Geld durch Übersetzungen. Im Lauf der Zeit bekamen er und seine Frau dreizehn Kinder, wovon zwei starben. Das Geld reichte vorne und hinten nicht. Die Familie musste oft umziehen, weil sie die Miete nicht bezahlen konnte.

Bei einer Übersetzung aus dem Englischen über die Arznei „Chinarinde“ wollte Dr. Hahnemann ausprobieren, was er zu übersetzen hatte: „Chinarinde heilt Malaria wegen der magenstärkenden Wirkung.“ Dr. Hahnemann überprüfte diese Aussage und beschreibt seine erste „Arzneimittelprüfung“ wie folgt:

„Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich vier Quentchen gute „China“ ein. Die Füße, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich wurde matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind. Eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe. Röte der Wangen, Durst, kurz, alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome erschienen nacheinander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfieber gewöhnlichen besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube, widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint, alle erschienen. Das Paroxysm dauerte 2-3 Stunden jedesmal und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht.“

Da Dr. Hahnemann Arzt war, kannte er sich aus mit Krankheiten und Arzneien. So kam er auf die Idee, dass Chinarinde Malaria nicht heilt, weil es magenstärkend ist, sondern weil Chinarinde beim gesunden Menschen Symptome auslöst, die der Krankheit Malaria sehr ähnlich sind. In der Folge überprüfte er viele Arzneimittel und fand seine Idee bestätigt, indem er seinen Patienten wirklich helfen konnte. 1796 veröffentlichte er seine Entdeckung und nannte sie Homöopathie = Ähnlichkeitsmedizin.